STREETCLEANER NR. 22
Juni 2011

Bewertung: Daumen hoch


Johnston – Welcome To The Weaseldome

6 Songs – 32:15

Dead Master’s Beat

Diese Scheibe war für mich eine absolute Überraschung – und das nicht nur, weil mir der Bandname Johnston bis dato überhaupt nichts sagte. Normalerweise kann ich mit technischem Death Metal kaum etwas anfangen, aber diese Bremer Band hat mich eines Besseren belehrt: Bei allem technischen Anspruch verliert man hier nie die Songs an sich aus dem Auge, sprich, auf sinnlos ausufernde Frickeleien wird zum Glück verzichtet. Dafür gibt’s einige schräge Sounds aufs Ohr, manche Passagen klingen schon leicht angejazzt, und beim letzten Song ist sogar mal kurz ein Akkordeon zu hören. Doch oh Wunder, es artet nicht in totales Chaos aus, sondern es funktioniert! Gerade die experimentellen Einschübe machen die Scheibe interessant und setzen den Songs das i-Tüpfelchen auf. Langweilig wird es hier also nie, und die Lieder nutzen sich auch nach vielen Hördurchläufen nicht ab. Bei aller Verspieltheit warten Johnston aber auch mit einer ordentlichen Portion Brutalität auf. „Welcome To The Weaseldome“ ist nämlich in erster Linie mal ein ordentlich harter und brachialer Death Metal Brocken. Auch der tief grollende Gesang sorgt dafür, dass trotz einiger schräger Melodien der Hartwurstfaktor nicht zu kurz kommt. Kurz, Johnston haben eine abwechslungsreiche, originelle und einfach coole Debütscheibe abgeliefert. Auch die Sprachsamples aus diversen Filmen gehen hier mal nicht auf die Nerven, sondern haben Unterhaltungswert und zeugen von Humor. Das Songwriting ist für ein Debütalbum sehr ausgereift, was aber nicht weiter verwundert, wenn man beachtet, dass die Herren sich von der Bandgründung bis zur Veröffentlichung von „Welcome To The Weaseldome“ stolze neun Jahre Zeit gelassen haben. Dafür melden sie sich nun aber quasi aus dem Nichts heraus gleich mit einem wahren Paukenschlag zu Wort. Ein mehr als gelungener Einstand! (katja)


JOHNSTON Review im Streetcleaner Fanzine Nr.22
Aal.