LEGACY NR. 66
Mai 2010

Bewertung: 10/15


Meise, Worz, Kaptain und McFly haben schön einen an der Klatsche. Nicht weil sie aus Bremen kommen und auch nicht, weil sie Death Metal machen. Aber Blicke auf die abgedrehte Homepage (mit lesenswerten Geschichten zum Beispiel zur Namensfindung setzen sich die Burschen erfrischend von Standard-Bios ab) oder der CD-Titel lassen bereits ahnen, was die Musik dann wahr werden lässt: Malle inne Birne die Jungens, aber tüchtig. Auf der Basis schnöden Death Metals basteln sie Grind, Rock, alles mögliche und sogar Jazz ("Mark It Zero") ein. Die 32 Minuten (viel zu kurz!) auf dem Debut der Kapelle (nach neun Jahren!) versprühen eine merkwürdige Atmosphäre (bei mittelprächtigem, aber passendem Sound). Einerseits sind da dunkelschwarze Growls, andererseits irgendwie erfrischende Melodien. Alles zusammen lässt die Chose irgendwie humorig wirken, aber eben nicht lächerlich. JOHNSTON orientiert sich zweifelsohne an den todesmetallischen Genre-Größen. Damit es aber kein Blech wird, belassen es die vier Schlimmlinge nicht beim Abkupfern - sondern schaffen eine ganz eigene Legierung. Und so ist "Welcome To The Weaseldome" ein sehr forderndes, aber eben auch interessantes Werk geworden, das sicherlich nicht jedermanns Sache sein dürfte. Aber so ist das eben mit echten Künstlern. (SM)

JOHNSTON Review im Legacy Nr.66
Aal.